Winter-Soulfood: Geschmorte Rindsrouladen

Wenn der Frühling noch nicht ganz im Lande angekommen ist und die Tage noch kalt sind, isst man am liebsten Essen, das der Seele schmeichelt. Ob nun ein Wohlfühl-Hähnchen in Milch und Lorbeer oder klassische Krautfleckerl: Es sind jene Gerichte, die man meist von zuhause kennt, und die nach Heimat, Kindheit und Co. schmecken. Für mich sind das mit Karotten, Speck und Cornichons gefüllte Rindsrouladen aus dem Schmortopf.

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Es gibt nur wenige Gerichte, die so ein intensiv wohliges Gefühl von Geborgenheit und Wärme hervorrufen wie jene Geschmäcker, die man in der Kindheit genossen hat. Zuhause schmeckt’s am besten, das ist Fakt & ein Bussal an dieser Stelle an meine liebe Frau Mama! ❤ 🙂 Solches Seelen-Essen bedeutet für mich u.A. Eiernockerl und auch Rindsrouladen. Letzteres ist ein Gericht, das ich jahrelang nicht mehr am Teller hatte, das ich in diesem letzten kalten Winter allerdings öfter zubereitet habe – auch weil es gut vorzubereiten ist und garantiert am nächsten Tag auch noch schmeckt.

Zutaten:

  • 1 kg Rindsschnitzel
  • 3 große Zwiebel
  • 5 mittelgroße Karotten
  • 20 g Kapern
  • 150 g Speck (gewürfelt)
  • 10 Stück Cornichons
  • Estragonsenf
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 2 EL Mehl
  • 750 – 1.000  ml klare Gemüsesuppe
  • Eventuell: 1 Becher Créme fraîche
  • Salz, Pfeffer
  • Pro Schnitzel ca. 50 cm Bindfaden oder Zahnstocher

Zubereitung:

Zunächst die Rindsschnitzel gleichmäßig flach klopfen (ich erledige dies meist mit einer Bratpfanne), in etwa gleich große Schnitzel schneiden und beiseite legen. Anschließend die Kapern, Cornichons, die Karotten und den Speck in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und halbieren. Eine halbe Zwiebel sehr fein hacken, den Rest grob zerkleinern. Nun in einer Schüssel die Karotten, Speck, die fein gewürfelte Zwiebelhälfte, Cornichons und Kapern geben und gleichmäßig vermischen.

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Nun die Schnitzel salzen und pfeffern, mit etwa 1 TL Senf bestreichen. Nun je einen Esslöfel Füllung mittig auftragen, das Fleisch von einer Seite her sorgfältig zusammenrollen und mit einem Stück Bindfaden „verpacken“ (alternativ gehen auch Zahnstocher). Übrigens: Es wird einiges von der Füllung übrig bleiben, dies ist allerdings beabsichtigt – es wird für die Sauce verwendet!

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Den Ofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Nun in einem großen Schmortopf 2 Esslöffel Öl erhitzen, darin die Rindsrouladen scharf von allen Seiten anbraten. Sobald die Rouladen Farbe und Röstaromen angenommen haben, herausheben und beiseite stellen. In dem Bratensaft werden nun die Zwiebeln angeschwitzt und bei mittlerer Hitze glasig gebraten. Anschließend mit 2 Esslöffeln Mehl abstauben, mit der heißen Suppe aufgießen und den Rest der Füllung zur Sauce geben.

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Nun den Deckel auf den Schmortopf setzen und das Ganze in den Backofen geben. Bei 180 Grad etwa 1,5 Stunden schmoren lassen. Zwischenzeitlich immer wieder einmal die Rouladen drehen, sodass sie nicht austrocknen. Am Ende der Garzeit die Rouladen aus der Sauce heben und mit einer Schere den Bindfaden lösen.

Nun hat man mehrere Möglichkeiten, die Sauce zuzubereiten:
a) Für eine gebundene Cremesauce die Sauce in einem separaten Topf mit einem Pürierstab fein pürieren, eventuell mit Mehl binden, einem Becher Créme fraîche verfeinern und mit Salz, Pfeffer, Senf und eventuell Suppe abschmecken.

b) Für eine klare Sauce die Zwiebel-Gemüse-Speck-Mischung mit einem feinen Sieb abseihen und abschmecken.

c) Natur schmeckt’s mir am besten, denn ich mag auch die groben Stücke Zwiebel, Speck und Karotten in der Sauce – diese Mischung macht meiner Meinung nämlich auch solo am nächsten Tag mit gekochten Eierspätzle ordentlich was her. 🙂 In dem Fall einfach nur mit wie gehabt abschmecken und fertig!

Zu den Rindsrouladen schmeckt selbstgemachtes Erdäpfelpüree und ein Salat. Mahlzeit! 🙂

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Gut zum einfrieren: Serviettenknödel als Beilage

Wer einen hungrigen Mann zuhause hat, kennt das: Am liebsten soll jeden Tag Fleisch auf den Tisch und dazu eine reichhaltige, herzhafte Beilage. Weil aber Ofengemüse nun nicht immer verfügbar ist, bereite ich gerne Serviettenknödel als Beilage vor. Der Vorteil: Die Masse lässt sich, einmal vorbereitet, hervorragend portionieren und zum jederzeitigen Gebrauch einfrieren und eignen sich als wunderbare Beilage, etwa zu Linsen mit Speck. Mit verquirltem Ei abgebraten und mit Salat dazu sind die selbstgemachten Serviettenknödel aus dem Tiefkühlfach aber auch solo eine gute Mahlzeit. 

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Zutaten:

  • 500 g Knödelbrot
  • 4 Eier
  • 100 g Butter
  • 500 ml Milch
  • 1 Packung Topfen
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Bund Petersilie (fein gehackt)
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • evt. etwas Mehl zum binden
  • Alufolie zum portionieren

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Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Butter in einer Pfanne schmelzen und darin die Zwiebel glasig andünsten lassen. Vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen. Die Milch mit den ganzen Eiern versprudeln und die fein gehackten Kräuter dazu geben. Das Knödelbrot in eine große Schüssel geben und mit der Ei-Milch-Mischung sowie den Zwiebeln übergießen. Den Topfen mit einer Gabel zerkleinern und gemeinsam mit Salz, Pfeffer sowie einer Prise Muskatnuss zu den Semmelwürfeln geben. Anschließend alles mit den Händen unterheben und vorsichtig vermengen, dabei allerdings nicht zuviel Druck ausüben – es soll ja kein Teig werden, sondern eine schöne, griffige Masse.

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Die Masse nun etwa 20 Minuten lang bei Zimmertemperatur quellen lassen. Anschließend die Alufolie vorbereiten, mit feuchten Händen eine mittelgroße Portion Knödelmasse auf der Folie verteilen, zu einer etwa 20 cm langen Rolle formen und sorgfältig mit der Alufolie einschlagen. Die Enden werden einfach vorsichtig zusammengedreht, sodass kein Kochwasser eindringen kann. Tipp: Bei der Länge des Knödels orientiert ihr euch am besten am Durchmesser jenes Kochtopfs, in dem ihr später die Knödel kochen wollt – idealerweise passt der Knödel nämlich quer gut hinein und hat auch noch ein bisschen Spielraum.

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So sehen die fertigen Serviettenknödel kurz vor dem Einfrieren aus – eine Rolle reicht dabei als Beilage für etwa 2-3 Personen.

Die Knödel sind nun bereit zum einfrieren – sie halten sich gut gekühlt ca. 6 Monate. Zur Zubereitung lässt man die Rolle noch tiefgefroren einfach in einen großen Topf mit reichlich siedendem Wasser gleiten. In schwach wallendem Wasser werden die Knödel nun ca. 30 Minuten gegart. Nach dem Ende der Garzeit mit einer Zange herausheben und an einem warmen Ort rasten lassen. Erst dann die Folie vorsichtig abziehen, den Knödel in fingerdicke Scheiben schneiden und servieren. Mahlzeit! 🙂

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Auf Vorrat kochen: Gefüllte Paprika mit Paradeisersauce

Glücklich, wer einen großen Schmortopf sein eigen nennen kann! 🙂 Meine Küche musste auch relativ lange auf den Einzug eines solchen Multitalents warten, denn irgendwie sagte mir keines der (häufig überteuerten) Exemplare zu. Als ich dann aber endlich meinen eigenen Emaille-Schmortopf gefunden hatte, gab es kein Halten mehr. Seitdem kommt bei uns häufig ein Gericht auf den Tisch, das sich perfekt vorbereiten und auf Vorrat kochen lässt: Mit Faschiertem gefüllte Paprika mit einer würzigen Paradeisersauce!

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Würziges Ofengemüse: Der Alleskönner unter den Beilagen

Eine Beilage, die bei mir oft und immer wieder gerne auf den Tisch kommt, ist Ofengemüse mit Erdäpfeln als Basis, die gemeinsam mit Gemüse und Gewürzen im Ofen geröstet werden. Das Tolle an diesem Rezept ist, dass man das Gemüse je nach Saison und Verfügbarkeit variieren kann und es trotzdem immer gut schmeckt – ausprobieren ist also ausdrücklich erlaubt! 🙂

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Das Ofengemüse eignet sich als hervorragender Begleiter zu Kurzgebratenem, gefüllten Lungenbraten im Prosciuttomantel oder aber auch Fisch. Basis ist immer ein Mix aus Erdäpfeln, Zwiebeln, Kräutern und Knoblauch. Das übrige Gemüse kann je nach Saison und Verfügbarkeit variiert werden – und mit einem Salat dazu wird daraus sogar ein eigenständiges Mittagsmenü! Ein perfekter Alleskönner unter den Beilagen, eben. 😉

Zutaten:

  • 4 mittelgroße Erdäpfel (festkochend)
  • 2 mittelgroße Zwiebel
  • 2-3 Zehen Knoblauch (ganz)
  • 1 rote oder gelbe Paprika
  • 1 kleine Zucchini (wahlweise auch Melanzani)
  • 1 Packung Suppengemüse (Karotten, gelbe Rüben, Sellerie, Petersilwurzel, Lauch)
  • 2 Zweige Rosmarin
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl

Zuberbeitung: 

Die Erdäpfel waschen (nicht schälen, lediglich unschöne Stellen herausschneiden) und in etwa 5 mm dicke Scheiben vierteln. Die Zwiebel schälen und in grobe Stücke vierteln (nicht zu dünn, sonst verbrennen sie im Ofen). Ebenso das übrige Gemüse wie Zucchini, Melanzani, Suppengemüse waschen bzw. schälen und zerkleinern. Die Knoblauchzehen nicht schälen, sondern mitsamt Schale gemeinsam mit dem übrigen Gemüse auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Gehackte Kräuter wie Rosmarin auf dem Gemüse verteilen, mit reichlich Meersalz und Pfeffer würzen und großzügig mit Olivenöl beträufeln (etwa 4-5 EL). Mit den Händen gut vermengen und gleichmäßig auf dem Backblech verteilen.

Ob mit Zucchini oder Suppengemüse (Karotten, Lauch, Petersilwurzel und Sellerie): Das Ofengemüse schmeckt immer.

Ob mit Zucchini oder Suppengemüse (Karotten, Lauch, Petersilwurzel und Sellerie): Das Ofengemüse schmeckt immer.

Im Ofen bei ca. 180 C° (am besten Umluft-Funktion einschalten) 30-40 Minuten lang braten lassen, zwischendurch immer wieder gut wenden. Sobald die Erdäpfel gar sind, ist auch das Ofengemüse fertig. Der Knoblauch sollte nun in seiner Schale weich gegart worden sein – eine besondere Delikatesse in meinen Augen. Einfach aus der Schale drücken und gemeinsam mit dem Ofengemüse genießen! 😉

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Eine sommerliche Variante vom Ofengemüse mit frischen Zucchini und Kräutern.

Italienisch inspiriert: Gefüllter Lungenbraten im Prosciutto-Mantel

Heute möchte ich euch ein Rezept vorstellen, das wir im Sommer gerne auf dem Grill hatten, das aber ebensogut auch am heimischen Herd zubereitet werden kann und mir so im Herbst einen Hauch von Sommergefühl beschert. 😉 Ein mit Grana Padano und getrockneten Tomaten gefüllter Schweins-Lungenbraten mit einem Mantel aus herrlich knusprigem Prosciutto. 

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Wenn ich an den Sommer zurückdenke, fallen mir als erstes die vielen Grillabende auf unserer Terrasse ein – und ob zu zweit mit meinem Schatz oder gemeinsam mit lieben Freunden, ein Gericht kam in diesem Sommer häufig auf den Grill. Ein mit Grana Padano und getrockneten Tomaten gefüllter Lungenbraten vom Schwein, ummantelt mit einem schmackhaften Mantel aus gegrilltem Prosciutto.

Ein Glücksfall, dass ich da unlängst mit einer  fein gesäbelten Portion Prosciutto di San Daniele und einem feinen Eck eines sehr schmackhaften Grana Padano ausgestattet wurde! 🙂 Was ich an diesen Produkten aus der Region der Po-Ebene mag, ist dass sie bis heute vollkommen unverfälscht nach Italien und diesem besonderen Geschmack des Dolce Vita schmecken. Gewachsener und ausschließlich mit Meersalz gewürzter Schinken aus Friaul-Julisch Venetien in hauchdünnen Scheiben ist eine Delikatesse, der wohl kaum jemand widerstehen kann. Man könnte ja nun sagen, dass es Frevel sei, den zarten Prosciutto nicht pur mit Melone zu verzehren, sondern zu verkochen – aber genau dies ist eine Herausforderung, der man sich meiner Meinung auch stellen darf. 😉

Zutaten (für ca. 4 Personen):

  • ca. 1 kg Schweins-Lungenbraten am Stück
  • 500 g Prosciutto in Scheiben (alternativ geht auch Speck in Scheiben)
  • Grana Padano (alternativ: Feta-Käse)
  • Getrocknete Tomaten in Öl, abgetropft
  • jeweils 1 EL Butter und Öl
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Prosciutto di San Daniele und Grana Padano – zwei Produkte, die mit authentischem Italien-Geschmack überzeugen und gemeinsam mit getrockneten Tomaten ein perfektes Triumvirat ergeben.

Zubereitung: 

Den Schweins-Lungenbraten parieren und mit einem großen Fleischmesser in Scheiben (etwa messerbreit) schneiden, stehend zur Hälfte einschneiden und Fleisch umklappen. Vom gut durchgekühlten Grana Padano mit dem Messer 5 mm dicke Scheiben abschneiden (Tipp: je kälter der Käse, desto eher bricht er beim Schneiden nicht) und halbe getrocknete Tomaten in Öl vorbereiten. Das Fleisch mit je einem Stück Grana Padano und einer halben getrockneten Tomate (abgetropft) füllen und zuklappen. Anschließend mit jeweils zwei Scheinen Prosciutto (kreuzweise übereinandergelegt) wie ein Geschenk einpacken und festdrücken.

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Messerbreite Scheiben vom Lungenbraten anschneiden, mit getrockneten Tomaten und Grana Padano füllen und fest mit Prosciutto umwickeln.

Ein Feststecken mit Zahnstochern oä sollte nicht notwendig sein, da sich das Fett im Prosciutto durch das scharfe Anbraten verbindet und ein schöner Mantel entsteht. Ebenso müssen meines Erachtens nach auch keine weiteren Gewürze mehr verwendet werden, die aromatischen Zutaten kommen pur am besten zur Geltung.

Im Anschluss die festen Päckchen in etwas Butter und Öl (am besten in einer Grillpfanne) scharf von allen Seiten anbraten, spätestens jetzt sollte sich das Fett gut verbunden haben und ein festes Fleischpäckchen entstanden sein. Im Anschluss die Lungenbraten-Packerl in eine feuerfeste Form heben und ohne Deckel bei etwa 180 C° für ca. 15-20 Minuten im Backofen braten.

Aus dem Ofen nehmen und jeweils zwei Stück auf einem Teller anrichten. Dazu passt hervorragend saisonales Ofengemüse, oder aber auch simple Erdäpfel mit Petersilie, gebratene Maiskolben aber auch Reis! Mahlzeit! 🙂

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Italienisch inspiriert: Schweins-Lungenbraten mit einer Grana Padano-Tomaten-Füllung und in einem Mantel aus feinem Prosciutto. Dazu Ofengemüse mit Erdäpfeln, Zucchini und Zwiebeln.

Wenn’s mal schnell gehen muss: Die Knorr Kochboxen im Test

Vor Kurzem wurde ich eingeladen, gemeinsam mit anderen Food-Bloggerinnen die neuen Knorr Kochboxen unter die Lupe zu nehmen. Ob diese 30-Minuten-Menüs halten, was die Werbung verspricht und was ich bei dem Event über das Thema Zusatzstoffe und Ingredienzen gelernt habe, erfahrt ihr in dieser – zugegebenermaßen recht ausführlichen – Produkt-Kritik. 

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Wenn es um Fertiggerichte geht, bin ich – vermutlich wie der Großteil meiner LeserInnen – eher skeptisch. Zu oft hat man schon von den berüchtigten E-Nummern gehört, zu viele Schauergeschichten über künstliche Aromastoffe und Konservierungsmittel gehört, um das Thema noch unvoreingenommen angehen zu können. Entsprechend kritisch ging ich also daran, die seit Kurzem im Handel erhältlichen Knorr Kochboxen unter die Lupe zu nehmen. Zunächst die Eckdaten: Die Kochboxen sind in 3 unterschiedlichen Varianten erhältlich: Grünes Thai Curry, Indisches Curry sowie Mexikanische Enchiladas – durch die Bank alles Gerichte, die mir persönlich zusagen und die ich auch gerne esse. Doch dazu später.

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Die 3 neuen Kochboxen: Mexikanische Enchiladas, Grünes Thai Curry und Indisches Curry.

Was ist da eigentlich genau drin?

Ein verlässlicher Aufreger in der Fertiggerichte-Welt sind die Zusatzstoffe, genauer gesagt Geschmacksverstärker, Aroma- und Konservierungsstoffe. Deshalb nahm ich bei meinem Produkttest als erstes die Zutatenliste der Würzmischung für das Grüne Curry unter die Lupe. Im Gespräch mit den Knorr-Verantwortlichen sowie ein Blick auf die Verpackung des Produkts versicherte mir, dass sämtliche Knorr Kochboxen ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe, Konservierungs- und Farbstoffe auskommen. So weit, so gut. Doch was ist nun genau drin und unterscheiden sich die Zutaten vom Currypulver eigentlich von jenen, die in handelsüblichen Currypasten aus dem Asia-Markt (wie sie auch Gourmets in aller Welt und zahlreiche Foodblogger verwenden)?

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Mein Vergleichsobjekt aus der Küchenlade: Gelbe Currypaste (grüne hatte ich leider keine da) aus dem Asialaden. Die Zutatenliste ist anfangs ausführlich – doch spätestens bei „Gewürze (Zimt, Muskatblüte)“ wird man stutzig. Warum werden diese Gewürze separat angeführt? Und woher kommt die ölige Konsistenz der Paste, wenn doch laut Beschreibung kein Öl oä enthalten ist?

Was mir ins Auge sticht: Die Zutatenliste des Asialaden-Produkts (das findet ihr übrigens hier) unterscheidet sich zwar von jener des Knorr Produkts, allerdings nicht wesentlich. Chili, Curcuma, Kreuzkümmel, Zitronengras, Koriandersamen, Galgant, Schalotten, Salz und Knoblauch sind in beiden Produkten enthalten und somit identisch. Authentisch ist es also schon mal. Allerdings hinterlässt der Asialaden-Mix bei mir den Eindruck, dass nicht alle Zutaten vollständig aufgelistet werden. Warum nämlich die Asialaden-Paste von einer öligen Konsistenz ist, ist aus der Ingredienzienliste nicht herauszulesen. Auch warum Zimt und Muskatblüte als separate „Gewürze“ unter den vielen anderen aufgelistet werden, ist nicht klar.

Die Knorr Currypaste enthält laut Produktbeschreibung folgende Zutaten: Pflanzliche Öle (Sonnenblumenöl, Rapsöl gehärtet), Zucker, Kochsalzersatz aus natürlichen Kaliummineralien, Speisesalz, Kaffir-Limettenblätter, Knoblauch, Cyaennepfeffer, Ingwer, Reismehl, Zitronengras, Zitronensaftpulver, Hefeextrakt, Galgant, Crevettenpulver, Kreuzkümmel, Curcuma, Schalotten, Stärke, Koriander, Kabeljaupulver.

Ok, und ist das bedenklich?

  • Pflanzliche Öle? Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich finde es ehrlicher, dass auf dem Knorr Produkt darauf hingewiesen wird, welche Öle die Paste geschmeidig machen. Leider ist das beim Asialaden-Produkt nicht der Fall, und im Hinblick auf etwaige Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien (z.B. durch Sesam- oder Erdnussöl) ist das schon beinahe fahrlässig.
  • Crevetten- und Kabeljaupulver? Die Zutat, die bei manchen Bloggerinnen am meisten Diskussionen auslöste. Allerdings: Fischpulver ist ein in Norwegen (vom Kabeljau) und Japan (dort bekannter als Dashi) häufig verwendetes Gewürz und wird aus getrocknetem, hochwertigem Speisefisch gewonnen. Deshalb ist dieses Pulver auch nicht zu verwechseln mit billigem Fischpulver aus Beifang, der in der Landwirtschaft oder beim Aquarium zum Einsatz kommt – dann kann man das Fischpulver nämlich auch genießen, ohne den Mund zu verziehen.
  • Hefeextrakt? Hefeextrakt klingt zunächst gruselig, allerdings ist es tatsächlich eine natürliche Zutat, die z.B. in Großbritannien und Australien im Supermarkt unter dem Namen „Vegemite“ als beliebter Brotaufstrich erhältlich ist.
  • Reismehl? Nichts anderes als gemahlener Reis, der vor allem als Soßenbinder gerne in der asiatischen Küche zum Einsatz kommt.
  • Zucker? Der auffälligste Unterschied zwischen Knorr-Currypaste und dem Asialaden-Produkt (das keinen Zucker enthält) und damit auch der einzige Punkt, der mir bewusst negativ aufgefallen ist – ich versuche nämlich, unnötigen Zucker zu vermeiden.

Mein persönliches Fazit zu den Inhaltsstoffen: Davon, dass tatsächlich keine geschmacksverstärkenden Zusatzstoffe, Konservierungs- und Farbstoffe verarbeitet worden sind, konnte ich mich bei meinem Test selbst überzeugen. Die enthaltenen Zutaten sind durchwegs natürlich, was für ein Fertiggericht beileibe nicht selbstverständlich ist.

Jetzt aber das Wichtigste: Schmecken die Kochboxen denn überhaupt?

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Und so sehen die unterschiedlichen Knorr Kochbox-Gerichte im fertigen Zustand aus: Grünes Thai-Curry, zweierlei Indisches Curry (einmal vegetarisch, einmal mit Hühnchen) und mexikanische Enchiladas.

So, nun zum wichtigsten: Dem Geschmack. 🙂 Ich hatte, wie eingangs erwähnt, beim Knorr-Event die Möglichkeit, alle drei Gerichte auszuprobieren und mich durchzuschmecken. Fakt ist, dass dass die Currys (vor allem das grüne Thai-Curry) sehr schmackhaft und teilweise auch wirklich scharf sind – wobei man dank der separaten Gewürzpasten zum Glück die Möglichkeit hat, den Schärfegrad selbst zu dosieren. Als eindeutiger Favorit hat sich allerdings die Kochbox Mexikanische Enchiladas herausgestellt – mit unterschiedlichem Gemüse und Käse überbacken habe ich damit auch den Mann überzeugen können. Deshalb mein Fazit: Vor allem, wenn es schnell gehen muss, sind für mich die Knorr Kochboxen eine gute  und schmackhafte Alternative, die ohne künstlichen Schnickschnack auskommt.

Vielen Dank übrigens an dieser Stelle an das Knorr Team, die mich zu diesem aufschlussreichen Event eingeladen und mir die Möglichkeit gegeben haben, mich durch das neue Sortiment zu kosten.

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Pilzzeit: Steirischer Flammkuchen mit Eierschwammerl und Wildschweinspeck

Zum Höhepunkt der Schwammerlzeit gibt’s von mir ein neues Rezept – und damit eigentlich ein Highlight der Pilzsaison, denn mit dem steirischen Flammkuchen á la Steirerblut & Himbeersaft habe ich mein neues Lieblings-Schwammerlrezept entdeckt! 🙂 Bedeckt mit frisch gepflückten Eierschwammerln aus den steirischen Wäldern und echtem Wildschweinspeck direkt vom Jäger ist dieses Gericht mein absoluter Favorit in Sachen Pilzgerichte.

Steirerblut_und_Himbeersaft_Aufmacher_Rezept_Steirischer_Flammkuchen_Eierschwammerl_Copyright_Heike_Rössler

Die Idee zu diesem Gericht kam mir beim Stöbern in Instagram, als ich ein Foto von einem Flammkuchen mit Eierschwammerl gesehen habe. Da wurde nicht lange gefackelt und ein Teil der Schwammerlernte, der noch nicht verkocht war, dafür bereitgestellt. Tja, eigentlich will ich mich nicht selbst loben, aber ich muss leider sagen, dass dieser Flammkuchen so ziemlich das Beste ist, was mir diesen Sommer unter die Gabel gekommen ist! 😉 Schade eigentlich, dass ich das Rezept erst jetzt ausgetüftelt habe, denn am liebsten hätte ich den Flammkuchen jeden Tag auf dem Teller! 😀

Zutaten (für 1 Blech Flammkuchen):

  • 200 g Mehl
  • 125 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 4 EL Pflanzenöl (kein Olivenöl)
  • mind. 250 g geputzte Eierschwammerl
  • 250 g Wildschweinspeck gewürfelt (oder Schweinespeck)
  • 2 große rote Zwiebel
  • 1 Becher Sauerrahm
  • 1 Becher Créme fraîche
  • verschiedene gehackte Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel oä)
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zunächst den Flammkuchenteig vorbereiten: Mehl, Wasser, Öl und Salz gut miteinander vermengen und so lange kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Diesen anschließend in einer Schüssel im Kühlschrank mindestens 20 Minuten rasten lassen (je länger, desto besser). In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen, halbieren und in nicht zu feine Halbringe schneiden. Den Speck würfeln und ebenfalls beiseite legen. Die geputzten Schwammerl nicht abwaschen, sondern mit einem Pinsel nochmals reinigen und halbieren.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und die Créme fraîche mit dem Sauerrahm sowie den Kräutern (ich verwende für solche Zwecke gerne TK-Kräutermischungen, die sind praktisch immer zur Hand) verrühren. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem Nudelholz dünn ausrollen. Anschließend den Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech auflegen und mit der Sauerrahm-Créme fraîche-Mischung bestreichen. Darüber die Zwiebeln verteilen und die Eierschwammerl sorgfältig darauf legen. Zum Abschluss mit den Speckwürfeln bestreuen und eventuell mit etwas Pfeffer nachwürzen.

Anschließend kommt das Blech mit dem Flammkuchen á la Steirerblut bei 200 Grad (Umluft) in den Backofen – aber bitte unbedingt die Ofentüre nicht ganz schließen, sondern einen Kochlöffel in der Tür eingeklemmt lassen, sodass die Feuchtigkeit, die aus den Schwammerln kommt, entweichen kann! Den Flammkuchen ca. 25-30 Minuten im Ofen backen lassen, bis der Rand eine schöne goldgelbe Farbe angenommen hat. Aus dem Ofen entnehmen, mit einem Pizzaschneider schneiden und servieren. Dazu passt ein einfacher Vogerlsalat mit Kernöl-Vinaigrette. Mahlzeit! 🙂

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Und so sieht der fertige Flammkuchen á la Steirerblut aus. Die Eierschwammerl sind nach dem Backen im Ofen schön zart und überzeugen mit festem Biss und Röstaromen.