„What a year can do“ oder: Das Foto, das mein Leben verändert hat

Schon seit Längerem gab es keinen Fitness-Post mehr auf Steirerblut & Himbeersaft. Das bedeutet aber nicht, dass ich in der Zwischenzeit faul oder untätig gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Ich denke, es ist nun an der Zeit, euch die Früchte meines Fitness-Programms zu zeigen!

Der Vorher/Nachher-Vergleich zeigt deutlich, was in einem Jahr alles möglich ist.

Wir schreiben den 1. September 2013: Ich war an diesem Tag auf der Hochzeit einer Freundin eingeladen und hatte mich in mein schönstes Kleid geworfen. Natürlich wurden an dem Tag auch einige Fotos gemacht – als ich mir diese aber später angesehen habe, hat mich fast der Schlag getroffen. Warum, könnt ihr beim Blick auf das Foto oben links vielleicht nachvollziehen. Ich trage unter dem Kleid zwar einen Petticoat (der naturgemäß etwas aufträgt), aber die Speckröllchen und die dicken Arme lassen sich nicht so einfach wegargumentieren.

Dieses Foto hat sozusagen mein Leben verändert, denn kurz darauf beschloss ich, mein Leben umzukrempeln, regelmäßig Sport zu treiben und meine Ernährung umzustellen – ein gesundes Frühstück ist für mich mittlerweile Pflicht. Mein neues Fitnessprogramm umfasst Lauftraining an drei Tagen die Woche, zuzüglich zweimal 20 Minuten Powerplate-Training. Weiters Bikram Yoga an kalten und Radfahren an sonnigen Tagen. Eine Diät hab ich nicht gemacht – allerdings darauf geachtet, Zuckerhaltige Getränke zu meiden und nicht mehr aus Langeweile zu essen. Mit viel Disziplin und Selbstmotivation (die auch zu einem guten Teil von meiner Laufkumpanin Cat kam) hab ich es geschafft, das Programm bis heute durchzuhalten. Und es hat sich gelohnt.

Der Lohn der Strapazen: Weniger Gewicht, mehr Selbstbewusstsein

Denn das Foto rechts entstand rund ein Jahr später, am 28. Juli 2014 – ebenfalls auf der Hochzeit einer Freundin. Mit mehr als 10 Kilogramm weniger auf den Rippen, deutlich mehr Muskelmasse und mit einem wesentlich besseren Körperbewusstsein ausgestattet, mag ich mich auf diesem Foto erheblich lieber. 🙂 Ich werde nie im Leben eine Kate Moss werden (abgesehen davon, dass ich das auch gar nicht will), aber ich bin stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, mein Leben konsequent und langfristig umzustellen.

Ich will niemandem vorschreiben, wie er oder sie auszusehen hat – aber wenn auch ihr mit eurem Körper unzufrieden sein solltet: Macht was dagegen! Geht raus, treibt Sport und esst nicht weniger, sondern gesündere Sachen! Und wenn euch doch der innere Schweinehund packt, denkt an das gute Gefühl, das man hat, wenn man Sport gemacht hat. Und auch wenn es nur 10 Minuten Sport sind: Es sind 10 Minuten weniger, die man auf der Couch herumlümmelt und die einem ein Stück weiter zum Ziel verhelfen. Und falls das alles nichts hilft, denkt daran: Wenn ich das geschafft habe, könnt ihr das auch! 😉
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Normales Yoga ist für Mädchen!

Yoga gehört neben CrossFit (über das neuerdings jeder spricht) zu jenen Trendsportarten, denen ich mich bislang nur eher widerwillig geöffnet habe. Zu esoterisch, zu wenig anstrengend, zu Bobo: So dachte ich lange Zeit über diesen Sport. Über eine liebe Freundin ließ ich mich dann aber doch vor Kurzem dazu überreden, es mit Bikram Yoga zu versuchen. Seither weiß ich zwei Dinge: 1) mit Esoterik hat Bikram Yoga nicht allzuviel am Hut und 2) normales Yoga ist für Mädchen! 😉

Ob man mithilfe von Bikram Yoga die Erleuchtung finden kann!? Möglicherweise hilft der Elefantengott Ganesha dabei.

Ob man mithilfe von Bikram Yoga die Erleuchtung finden kann!? Möglicherweise hilft der elefantenköpfige Gott Ganesha dabei.

Ich werde es euch ersparen, näher auf die einzelnen Asanas (so heißen die einzelnen Stellungen im Yoga) einzugehen und komme gleich zum Wesentlichen: Beim Bikram Yoga wird die Raumtemperatur auf schweißtreibende 38 Grad erhöht. In dieser – „Hotroom“ genannten – Umgebung werden dann innerhalb von 90 Minuten insgesamt 26 verschiedene Übungen ausgeführt, wobei jede Stellung zweimal praktiziert wird. Entwickelt wurde Bikram Yoga übrigens erst in den 1970er Jahren von Bikram Chodhury, einem mittlerweile weltberühmten Yogi-Meister; Yoga selbst hat natürlich eine jahrtausendealte Tradition.

„Willst du lieber 90 Minuten oder 90 Jahre lang leiden?“
Das erste Ziel für jeden Anfänger beim Bikram Yoga ist es, 90 Minuten durchzuhalten und im Raum zu bleiben. Das hört sich aber leichter an, als es tatsächlich ist: wer schon einmal bei 38 Grad im Sommer trainiert hat, wird vielleicht wissen, wovon ich spreche. Im Bikram Yoga-Studio am Schottenring, das ich besuche, zeigen aber gut ausgebildete Trainer auch Anfängern, wie die Übungen richtig bewerkstelligt werden können und motivieren zum Weitermachen. Besonders positiv am Bikram Yoga ist das im Vergleich zu anderen Sportarten relativ geringe Verletzungsrisiko – allein durch die hohen Temperaturen werden Sehnen und Muskulatur ganz einfach geschmeidiger und flexibler. Vor und nach jeder Trainingseinheit gilt es, viel Wasser zu trinken und nur leichte Kost zu sich zu nehmen. Und das sollte man auch tunlichst beachten, ansonsten kann das Training nämlich schnell zu einer wirklich unangenehmen Angelegenheit werden – wie ich leider selbst schon einmal am eigenen Leib feststellen musste. Heißer Schwarztee und frische Früchte, die nach dem Training in der Lounge gereicht werden, entschädigen ein wenig für die erbrachte Anstrengung und füllen die Kraftreserven neu auf.

…aber: wer schön sein will…?!
Denn Bikram Yoga ist ein wahrer Kraftakt für den Körper, da nicht nur Muskeln und Sehnen, sondern auch der Kreislauf enorm gefordert werden. Und so lässt auch der Yogi-Meister selbst mit der Frage „Willst du lieber 90 Minuten oder 90 Jahre lang leiden?“ keinen Zweifel an der körperlichen Tortur, die das Training im Hotroom bedeutet. Aber: es bringt auch durchaus einige Vorteile mit sich. Für mich persönlich ist die Stärkung meines Kreislaufs ein guter Ansporn, mit dem Training weiterzumachen. Und auch der Esoterik-Gedanke steht beim Bikram Yoga glücklicherweise nicht dominant im Vordergrund, sondern die Entspannung, die vor allem nach dem Training deutlich spürbar wird – man „fliegt“ förmlich aus dem Studio. Und ganz abgesehen von der rasch zunehmenden körperlichen Beweglichkeit und Kraftsteigerung sollten Neu-Yogis auch den Sauna-Effekt beim Bikram Yoga nicht unterschätzen: Denn durch das Schwitzen entgiftet der Körper und das Hautbild verbessert sich zusehends. Insgesamt also ein tolles Ganzkörpertraining inklusive Entspannung und Hautverschönerung! 🙂

Meine Empfehlung: Einfach den nächsten Sonntagnachmittag nicht zuhause auf der Couch, sondern im Bikram Yoga-Studio in deiner Nähe verbringen! In Wien gibt es mittlerweile mehrere Studios, aber auch Graz und Linz hat die Sportart mittlerweile erobert! Trotz der großen Anstrengung ist Bikram Yoga für Männer und Frauen jeden Alters und Gesundheitszustands geeignet und viele Studios bieten attraktive Schnupperangebote zum günstigen Preis.

Bikram Yoga in deiner Nähe:
Bikram Yoga Schottenring in 1010 Wien
Bikram Yoga Loft in 1040 Wien
Bikram Yoga College in der Lugner City
Bikram Yoga Schönbrunn

Hot Yoga in Graz

Bikram Yoga in Linz

Von außen eher unscheinbar, geht es im Inneren des Bikram Yoga Zentrums am Schottenring heiß her.

Von außen eher unscheinbar, geht es im auf 38° Celsius aufgeheizten Hotroom des Bikram Yoga Zentrums am Schottenring heiß her.

Meine persönliche Lauf-Motivation

Meine persönliche Lauf-Motivation

Was bringt einen zum Laufen – oder, was noch viel wichtiger ist, was hält einen bei der Stange? Jeder hat da so seine persönliche Motivationsstrategie, die einen dazu bringt, trotz Nieselregen, Kälte oder Dunkelheit von der Couch aufzustehen und den inneren Schweinehund zu besiegen.

Meine wichtigste Motivation ist – neben der Aussicht auf den Halbmarathon und eine kesse Bikinifigur 😉 – eindeutig der Augarten, meine persönliche Laufstrecke in Wien. Seit ich mit dem Laufen begonnen habe, war ich auch schon in anderen Städten laufen, aber keine Laufstrecke hat mich so überzeugt wie „mein“ Augarten: breite, geschotterte Wege, viel Platz, keine lästigen Steigungen (wenn ich die haben möchte, fahre ich nach Schönbrunn) und für mich persönlich wichtig vor allem: Weder Autos noch übermäßig viele Hunde. Doch das Allerbeste am Augarten ist der Duft der frisch gebackenen Krapfen und Kipferl aus der Bäckerei Prindl, der einem an einer ganz bestimmten Ecke des Parks in die Nase weht! Dafür lohnt sich jeder einzelne Schweißtropfen! 🙂

Rund 2,2 Kilometer ist eine Runde innerhalb der Augartenmauern, knappe 3 Kilometer entlang der Außenmauer, die sich vor allem abends als gute (und sichere, weil gut ausgeleuchtete und sogar videoüberwachte) Laufstrecke erweist. Sommers wie winters ist der Augarten eine perfekte Laufstrecke, die sich sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene eignet.

Nun, vielleicht sehe ich ja künftig den einen oder anderen beim Laufen im Augarten, ich lauf dann mal los! 😉

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Kettenrauchend zum Marathon?!

Ein Buch und ein Blatt Papier mit der "persönlichen Erklärung": Laut Allen Carr reicht das vollkommen aus, um vom Raucher zum Nichtraucher zu mutieren.

Ein Buch und ein Blatt Papier mit der „persönlichen Erklärung“: Laut Allen Carr reicht das vollkommen aus, um vom Raucher zum Nichtraucher zu mutieren.

Kann man als ehemalige Kettenraucherin einen Marathon laufen? Was bringt es, mit dem Rauchen aufzuhören und mit dem Laufen anzufangen? Macht einen die eine Zigarette, die man in einem schwachen Moment dann doch geraucht hat, sofort wieder zum Nikotin-Junkie? Und ab wann darf man sich eigentlich selbst als „Nichtraucher“ bezeichnen?

Als 16-Jährige habe ich mich zu meiner ersten Zigarette hinreißen lassen und wurde umgehend abhängig von den Glimmstängeln. Soweit, so altbekannt und nichts wirklich Neues. Die Erkenntnis, dass ich jedoch mehr als die Hälfte meines Lebens dieser Sucht frönte (und dabei täglich mehr als 20 Zigaretten verrauchte), hat mich dann aber doch eiskalt erwischt und so habe ich am 4. August 2013 beschlossen, ein für allemal mit dem Rauchen aufzuhören. Wirklich enorm dabei geholfen hat mir der Klassiker von Allen Carr, „Endlich Nichtraucher!“, den mir liebe Freunde bereits vor einigen Jahren geschenkt hatten – in der Hoffnung, dass ich es wohl irgendwann einmal lesen würde. Und auch wenn Allen Carr zahlreiche Kritiker hat (und das Buch zugegebenermaßen in einem recht reißerischen Stil geschrieben ist), so lohnt es sich durchaus, das Buch zu lesen. Denn wie so viele andere Raucher auch, hatte ich auch bereits einige erfolglose Aufhörversuche hinter mir und im wahrsten Sinne des Wortes nichts zu verlieren.

Die „persönliche Erklärung“
Das Besondere an der Allen-Carr-Methode ist, wie leicht es einem nach der Lektüre tatsächlich fällt, mit dem Rauchen aufzuhören – gesetzt natürlich den Fall, man setzt sich bewusst mit sich selbst und dem Inhalt auseinander. Spreche ich heute – ein halbes Jahr später – mit anderen über das Buch, so fällt es vielen, die es ebenfalls gelesen haben, schwer, eine Begründung zu finden, warum die Methode wirkt. Das liegt in erster Linie darin begründet, dass jeder Raucher seine ganz persönlichen Gründe dafür hat, warum er raucht. Der erste Schritt, zu dem Allen Carr auffordert ist es deshalb, eine „persönliche Erklärung“ abzugeben. Darin sollen sämtliche individuellen Gründe für den Wunsch aufzuhören angeführt werden, ebenso wie die ganz persönlichen Gründe, warum es trotzdem so schwer fällt. Meine „persönliche Erklärung“ umfasste insgesamt acht Punkte: 5 Punkte warum ich aufhören wollte und 3 Gründe, wegen derer ich trotzdem rauchen wollte. Im Nachhinein betrachtet, muss ich hinzufügen, dass die Gründe, die mich zu einer Zigarette greifen ließen, doch etwas vielschichtiger waren, als sie mir zu diesem Zeitpunkt erschienen, doch das ist eine andere Geschichte. Im Verlauf der Lektüre muss man sich als LeserIn mit jedem einzelnen Punkt auf der „persönlichen Erklärung“ auseinandersetzen – bis man schließlich zu dem Schluss kommt, dass alle die Gründe, warum man rauchen möchte, eigentlich keine wirklichen Gründe sind. Ob das zu glauben ist? Das muss jeder für sich selbst herausfinden. In meinem Fall war die absurde Erkenntnis – dass ich im Prinzip nur deshalb eine Zigarette rauche, um im Anschluss daran wenigstens für zehn Minuten einmal nicht ans Rauchen denken zu müssen –  der ausschlaggebende Grund, es sein zu lassen.

Die Angst vor dem Zunehmen
Ein besonderes Kapitel, das „Endlich Nichtraucher – für Frauen“ enthält, bezieht sich auf die altbekannte Angst davor, an Gewicht zuzulegen, während man mit dem Rauchen aufhört – zugegebenermaßen auch eine Frage, die mich ebenfalls beschäftigt hatte. Viele RaucherInnen werden mir darin zustimmen, dass das Verlangen nach einer Zigarette (etwa nach dem Essen etc.) jenem Gefühl frappant ähnlich ist, das man empfindet, wenn man wirklich sehr, sehr hungrig ist – vergleichbar mit dem Gefühl, das man nach einem mehrstündigen Meeting mit nichts als Kaffee und Mineralwasser im Bauch hat. In beiden Fällen hat man das dringende Bedürfnis, jetzt und sofort zu rauchen (bzw. zu essen), man reagiert gereizt und äußerst sensibel. Es mag simpel klingen: Doch sobald man einmal verstanden hat (und das war bei mir nach der Lektüre des Buches definitiv der Fall), dass der Körper die anfänglichen Entzugserscheinungen nach Nikotin mit dem Hungergefühl verwechselt, hat man die freie Wahl, ob man dem scheinbaren Bedürfnis nachgibt – oder nicht. Glücklicherweise halten die Entzugsbeschwerden auch nur ein paar Tage an und sind dann überstanden – eine Gewichtszunahme lässt sich mit dieser Erkenntnis tatsächlich umgehen!

Zusätzliche Motivation durch Apps
Seitdem ich mit dem Rauchen aufgehört habe, läuft auf meinem Handy die kostenlose App „Aha!Rauchfrei“, die die individuellen Rauchgewohnheiten erfasst und in regelmäßigen Abständen über die eigenen Erfolge informiert. Auf einen Blick erfährt man so jederzeit, wie viele Zigaretten man nicht geraucht und wie viel Geld gespart wurde. Vor allem der gesparte Betrag, der sich bei mir (nach einem halben Jahr als Nichtraucherin) bereits im vierstelligen Bereich bewegt, motiviert enorm und ist eine schöne Gedankenstütze.

„Ist doch nur eine einzige Zigarette!“
Doch was tun, wenn man einen Rückfall erleidet und sich selbst in einem schwachen Moment plötzlich mit einer Fluppe in der Hand wiederfindet? Nun, ich will ehrlich sein, auch ich hatte bereits Rückschläge zu verkraften. Doch auch in diesem Fall hilft das Buch von Allen Carr ungemein (das ich in solchen Momenten immer wieder mal durchblättere, um mich daran zu erinnern, warum ich aufgehört habe). Man soll sich keineswegs von schlechten Tagen entmutigen lassen und einfach konsequent weiter nicht rauchen. Sich selbst gegenüber ehrlich zu bleiben und nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen, ist der wichtigste Punkt, den es zu beachten gilt. Denn: eine einzige Zigarette macht zwar noch keinen Raucher, aber es ist der erste Schritt, (wieder) einer zu werden.

Und was ist jetzt mit dem Marathon?
Ich bin jetzt knapp über 25 Jahre alt 😉 und habe in meinem Kopf eine kleine Bucket-List angelegt (vielleicht traue ich mich irgendwann mal, sie auch öffentlich zu machen) – ein Punkt darauf ist jedenfalls, dass ich einmal in meinem Leben einen echten Marathon laufen möchte. Wer mich kennt, der weiß allerdings, dass ich erst im September 2013 mit dem Laufen begonnen habe und dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist (über die Fortschritte dorthin werde ich in einem anderem Blogpost berichten). Mein nächster Meilenstein auf dem Weg dorthin ist deshalb zunächst der österreichische Frauenlauf, der am 25. Mai in Wien stattfindet und dessen 10-Kilometer-Marke meinen ersten Sieg markieren wird.

Auf der Bucket-List ganz oben: Ein Marathon!