Auf Vorrat kochen: Gefüllte Paprika mit Paradeisersauce

Glücklich, wer einen großen Schmortopf sein eigen nennen kann! 🙂 Meine Küche musste auch relativ lange auf den Einzug eines solchen Multitalents warten, denn irgendwie sagte mir keines der (häufig überteuerten) Exemplare zu. Als ich dann aber endlich meinen eigenen Emaille-Schmortopf gefunden hatte, gab es kein Halten mehr. Seitdem kommt bei uns häufig ein Gericht auf den Tisch, das sich perfekt vorbereiten und auf Vorrat kochen lässt: Mit Faschiertem gefüllte Paprika mit einer würzigen Paradeisersauce!

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Klassiker der Österreich-Küche: Linsen mit Speck

Im Herbst beim Bergsteigen auf einer Hütte in den steirischen Alpen wiederentdeckt, im Winter auf dem Teller in Wien. Linsen mit Speck sind ein klassisches Gericht der österreichischen Küche, und doch war dieses Rezept für mich eine Premiere – denn selbst gekocht habe ich diese erstmals nach einem Ausflug in die Berge.

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Wer in seiner Freizeit gerne Berge erklimmt, weiß, wie gut das das einfache Essen auf der Berghütte schmeckt. Das liegt nicht nur an der Höhenluft und den Anstrengungen des Aufstiegs, sondern auch daran, dass aus wenigen Zutaten ein herzhaftes Essen zubereitet wird, das durch Einfachheit besticht. Eines dieser Gerichte sind eindeutig Linsen mit Speck. Ein erprobtes Rezept möchte ich euch heute vorstellen:

Zutaten (für ca. 6 Personen):

  • 500 g grüne oder rote Linsen (getrocknet, nicht aus der Dose)
  • 1 Liter Rindssuppe
  • 300 g Speckwürfel
  • 1 große Zwiebel (gehackt)
  • 5 kleine, saure Gurken (z.B. Cornichons)
  • 5 Stück Sardellenfilets
  • 5-8 Stück kleine Kapernbeeren
  • 1-2 EL Senf
  • 1 EL Petersilie (fein gehackt)
  • 1 EL Mehl (glatt)
  • 2 Stück Lorbeerblätter
  • 4-5 Wacholderbeeren
  • 1-2 Knoblauchzehen (gehackt)
  • Thymian
  • Weißweinessig
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Becher Créme fraîche
  • 2 EL Butter zum anschwitzen

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Zubereitung:

Die Linsen etwa 3-4 Stunden vor der Zubereitung in lauwarmen Wasser einweichen und quellen lassen – das Rezept funktioniert am besten mit getrockneten Linsen, denn mit den Exemplaren aus der Dose wird das Ganze leider eher zu einem Brei statt zu einem herzhaften Gericht mit Biss.

Linsen abgießen und beiseite stellen. In einem großen Topf die Butter schmelzen lassen und darin die Zwiebel sowie den Speck anrösten – anschließend mit dem Mehl abstauben. Die Linsen hinzufügen und mit der heißen Rindssuppe aufgießen. Wacholderbeeren, Thymian, Salz, Pfeffer und Lorbeerblätter hinzufügen und ca. 30 Minuten auf niedriger Flamme köcheln lassen. Nach dieser Zeit sollten die Linsen weichgekocht und die Suppe verdunstet sein. Im Bedarfsfall noch etwas Rindssuppe hinzufügen und weiterköcheln lassen, bis die Linsen weich sind und eine sämige Soße entsteht.

In der Zwischenzeit die Gurkerl, Sardellen und die Kapernbeeren klein hacken und gemeinsam mit dem Senf und der Petersilie zu einer pikanten Würzmischung vermengen.

Die Wacholderbeeren und die Lorbeerblätter aus dem Linsentopf entfernen und die Würzmischung hinzufügen. Mit einem kräftigen Schuss Weißweinessig und Créme fraîche abschmecken und gut verrühren. Zu dem Gericht schmecken am besten selbstgemachte Semmelknödel – oder einfach auch nur eine Scheibe Brot. Mahlzeit! 🙂

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Vielleicht kein Augenschmaus auf dem Teller, aber dafür umso mehr auf der Zunge: Herzhafte Linsen mit Speck und selbstgemachten Semmelknödeln.

Heute brat‘ ich, morgen brau‘ ich…

…übermorgen hol ich der Königin ihr Kind! Doch Scherz beiseite: Ein bisschen schief angeschaut wurde ich von meinen Freunden doch, als ich ihnen erzählte, womit ich meine letzte Samstagnacht zugebracht habe. Nämlich mit dem Zubereiten eines Klassikers der österreichischen Küche: Dem Brathendl mit Semmelfüllung!

Nicht nur optisch ansprechend, sondern auch mit leckeren, klassischen Rezepten gefüllt: 'Frau am Herd' von Sarah Wiener. Erschienen im Knaur Ratgeberverlag. ISBN: 978-3-426-64828-5.

Nicht nur optisch ansprechend, sondern auch mit leckeren, klassischen Rezepten gefüllt: ‚Frau am Herd‘ von Sarah Wiener. Erschienen im Droemer Knaur Ratgeberverlag. ISBN: 978-3-426-64828-5.

Doch der Reihe nach: Dass die Poularde im Kühlschrank bald gebraten werden musste, war Fakt. Dass das Prozedere rund zwei Stunden in der Küche erfordern würde, auch. Doch deswegen das erste frühlingshafte Wochenende des Jahres statt im Freien in der Küche verbringen? Niemals! Es musste also nachts gebraten werden, um nur ja keine Sonnenstunde zu verpassen. Im Ofen lässt sich so ein fertiges Hendl übrigens am nächsten Tag rasch wieder aufwärmen ! Für mich eine vollkommen nachvollziehbare Idee, dennoch erklärte mich sogar meine Mutter für verrückt, als ich ihr von meinem nächtlichen Bratvergnügen berichtete! 😉

Das Rezept für das Brathendl mit Semmelfüllung stammt übrigens aus einem jener Kochbücher, die in den vergangenen Jahren ein Schattendasein in den Untiefen meines Bücherschranks zubrachten. Vollkommen zu Unrecht! Denn „Frau am Herd“ von Sarah Wiener enthält zahlreiche Klassiker der österreichischen Küche, darunter auch dieses Rezept. Leider musste ich bei meiner Recherche aber feststellen, dass das Werk leider mittlerweile vergriffen und nur mehr als gebrauchte Variante erhältlich ist, ich bin mir aber fast sicher, dass auch in ihrem neueren Rezeptbuch namens „Das große Sarah Wiener Kochbuch“ tolle Rezepte stehen!

Für das Hendl:

    • 1 großes Brathendl (ca. 1,2 bis 1,4 kg)
    • Salz, Pfeffer
    • Paprikapulver edelsüß
    • 4 EL Sonnenblumenöl
    • 4 EL Butter
    • Ca. 1/4 Liter Hühnerbrühe (für die Sauce)
Ja ich weiß, so eine ungebratene, nackte Poularde ist - milde ausgedrückt - nicht gerade ein Augenschmaus. Aber  1,5 Stunden bei 200° C machen einiges aus...

Ja ich weiß, so eine ungebratene, nackte Poularde ist – milde ausgedrückt – nicht gerade ein Augenschmaus. Aber 1,5 Stunden bei 200° C machen einiges aus…

Für die Semmelfüllung:

    • 2 Semmeln vom Vortag (oder ersatzweise ca. 100 g grobe Semmelwürfel)
    • 1/4 l Milch
    • 1 kleine Zwiebel
    • 2 Knoblauchzehen
    • 1 Bund Kräuter (ich habe Petersilie und Schnittlauch verwendet. Majoran und Salbei funktioniert laut Rezept auch)
    • 2 EL Butter
    • Innereien des Hendls (Herz, Leber, Magen – so vorhanden, das Rezept funktioniert auch ohne fantastisch)
    • 2 Eier
    • Salz, Pfeffer
    • 1 TL geriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
Die Füllung für's Brathendl: Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen und anschließend mit den Semmelwürfeln, Kräutern und Gewürzen vermengen. Ganz zum Schluss kommt das Ei hinzu, das für Bindung sorgt.

Die Füllung für’s Brathendl: Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen und anschließend mit den Semmelwürfeln, Kräutern und Gewürzen vermengen. Ganz zum Schluss kommt das Ei hinzu, das für Bindung sorgt.

Zubereitung:

        1. Für die Füllung die Semmeln halbieren und in Milch einlegen. Zwiebel und Knoblauchzehen fein hacken und gemeinsam mit den Kräutern in einem Topf mit heißer Butter ausdünsten. Die Semmeln gut ausdrücken, in kleine Stücke zupfen und zu den Zwiebeln in die Pfanne geben. Kräftig umrühren und einige Minuten mitdünsten lassen. Anschließend vom Herd nehmen.
        2. Sofern vorhanden, die Innereien des Hendls sehr fein hacken oder pürieren. Zusammen mit den Eier sowie Salz und Pfeffer unter die Brötchenmasse mischen. Das Originalrezept sieht an dieser Stelle vor, dass die Schale einer Zitrone hinzugefügt wird – diesen Schritt lassen Zitronenphobiker wie ich allerdings aus! 😉
        3. Das Hähnchen innen und außen kalt abspülen und trocken tupfen. Die Bauchhöhle des Hendls mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Die Füllung in das Innere füllen, dabei aber darauf achten, dass das Hendl nicht überquillt (überschüssige Füllung habe ich in Rollenform  in eine Alufolie gehüllt und beim Braten neben das Hendl zum gelegt) und die Öffnung mit einem Zahnstocher verschließen.
        4. Den Backofen auf 200° C vorheizen. Etwas Salz, Pfeffer und Paprikapulver gemeinsam mit dem Öl verrühren und damit das Hendl rundherum bepinseln. Die Butter zerlassen und das Hähnchen mit der Brustseite nach unten in den Ofen schieben. So lange braten, bis der Rücken leicht gebräunt ist (das ist nach etwa 20 Minuten der Fall). Dabei das Hendl ab und zu mit Bratensaft begießen und zur Not mit Hühnerbrühe aufgießen.
        5. Das Hähnchen umdrehen und mit der Brustseite nach oben fertig garen, dabei immer wieder ab und zu mit Bratensaft begießen. Die gesamte Bratzeit des Hendls beträgt etwa 1 1/4 bis 1 1/2 Stunden, je nach Größe des Hähnchens. Es ist dann fertig, wenn sich das Fleisch leicht vom Knochen lösen lässt. Vor dem Servieren die Füllung in Scheiben schneiden und gemeinsam mit dem zerlegten Hendl auf Tellern anrichten.
        6. Für die Sauce den Bratensaft vom Bräter lösen und das Fett von der Oberfläche abgießen. Den Bratensaft in einer Pfanne aufkochen und etwas Brühe aufgießen. Abschmecken und getrennt vom Hendl servieren.
Das Warten hat sich gelohnt: Mein erstes Brathendl mit Semmelfüllung ist außen knusprig, innen zart und auch die Füllung lässt keine Wünsche offen! Mahlzeit! :)

Das Warten hat sich gelohnt: Mein erstes Brathendl mit Semmelfüllung ist außen knusprig, innen zart und auch die Füllung lässt keine Wünsche offen! Mahlzeit! 🙂