Wenn’s mal schnell gehen muss: Die Knorr Kochboxen im Test

Vor Kurzem wurde ich eingeladen, gemeinsam mit anderen Food-Bloggerinnen die neuen Knorr Kochboxen unter die Lupe zu nehmen. Ob diese 30-Minuten-Menüs halten, was die Werbung verspricht und was ich bei dem Event über das Thema Zusatzstoffe und Ingredienzen gelernt habe, erfahrt ihr in dieser – zugegebenermaßen recht ausführlichen – Produkt-Kritik. 

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Wenn es um Fertiggerichte geht, bin ich – vermutlich wie der Großteil meiner LeserInnen – eher skeptisch. Zu oft hat man schon von den berüchtigten E-Nummern gehört, zu viele Schauergeschichten über künstliche Aromastoffe und Konservierungsmittel gehört, um das Thema noch unvoreingenommen angehen zu können. Entsprechend kritisch ging ich also daran, die seit Kurzem im Handel erhältlichen Knorr Kochboxen unter die Lupe zu nehmen. Zunächst die Eckdaten: Die Kochboxen sind in 3 unterschiedlichen Varianten erhältlich: Grünes Thai Curry, Indisches Curry sowie Mexikanische Enchiladas – durch die Bank alles Gerichte, die mir persönlich zusagen und die ich auch gerne esse. Doch dazu später.

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Die 3 neuen Kochboxen: Mexikanische Enchiladas, Grünes Thai Curry und Indisches Curry.

Was ist da eigentlich genau drin?

Ein verlässlicher Aufreger in der Fertiggerichte-Welt sind die Zusatzstoffe, genauer gesagt Geschmacksverstärker, Aroma- und Konservierungsstoffe. Deshalb nahm ich bei meinem Produkttest als erstes die Zutatenliste der Würzmischung für das Grüne Curry unter die Lupe. Im Gespräch mit den Knorr-Verantwortlichen sowie ein Blick auf die Verpackung des Produkts versicherte mir, dass sämtliche Knorr Kochboxen ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe, Konservierungs- und Farbstoffe auskommen. So weit, so gut. Doch was ist nun genau drin und unterscheiden sich die Zutaten vom Currypulver eigentlich von jenen, die in handelsüblichen Currypasten aus dem Asia-Markt (wie sie auch Gourmets in aller Welt und zahlreiche Foodblogger verwenden)?

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Mein Vergleichsobjekt aus der Küchenlade: Gelbe Currypaste (grüne hatte ich leider keine da) aus dem Asialaden. Die Zutatenliste ist anfangs ausführlich – doch spätestens bei „Gewürze (Zimt, Muskatblüte)“ wird man stutzig. Warum werden diese Gewürze separat angeführt? Und woher kommt die ölige Konsistenz der Paste, wenn doch laut Beschreibung kein Öl oä enthalten ist?

Was mir ins Auge sticht: Die Zutatenliste des Asialaden-Produkts (das findet ihr übrigens hier) unterscheidet sich zwar von jener des Knorr Produkts, allerdings nicht wesentlich. Chili, Curcuma, Kreuzkümmel, Zitronengras, Koriandersamen, Galgant, Schalotten, Salz und Knoblauch sind in beiden Produkten enthalten und somit identisch. Authentisch ist es also schon mal. Allerdings hinterlässt der Asialaden-Mix bei mir den Eindruck, dass nicht alle Zutaten vollständig aufgelistet werden. Warum nämlich die Asialaden-Paste von einer öligen Konsistenz ist, ist aus der Ingredienzienliste nicht herauszulesen. Auch warum Zimt und Muskatblüte als separate „Gewürze“ unter den vielen anderen aufgelistet werden, ist nicht klar.

Die Knorr Currypaste enthält laut Produktbeschreibung folgende Zutaten: Pflanzliche Öle (Sonnenblumenöl, Rapsöl gehärtet), Zucker, Kochsalzersatz aus natürlichen Kaliummineralien, Speisesalz, Kaffir-Limettenblätter, Knoblauch, Cyaennepfeffer, Ingwer, Reismehl, Zitronengras, Zitronensaftpulver, Hefeextrakt, Galgant, Crevettenpulver, Kreuzkümmel, Curcuma, Schalotten, Stärke, Koriander, Kabeljaupulver.

Ok, und ist das bedenklich?

  • Pflanzliche Öle? Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich finde es ehrlicher, dass auf dem Knorr Produkt darauf hingewiesen wird, welche Öle die Paste geschmeidig machen. Leider ist das beim Asialaden-Produkt nicht der Fall, und im Hinblick auf etwaige Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien (z.B. durch Sesam- oder Erdnussöl) ist das schon beinahe fahrlässig.
  • Crevetten- und Kabeljaupulver? Die Zutat, die bei manchen Bloggerinnen am meisten Diskussionen auslöste. Allerdings: Fischpulver ist ein in Norwegen (vom Kabeljau) und Japan (dort bekannter als Dashi) häufig verwendetes Gewürz und wird aus getrocknetem, hochwertigem Speisefisch gewonnen. Deshalb ist dieses Pulver auch nicht zu verwechseln mit billigem Fischpulver aus Beifang, der in der Landwirtschaft oder beim Aquarium zum Einsatz kommt – dann kann man das Fischpulver nämlich auch genießen, ohne den Mund zu verziehen.
  • Hefeextrakt? Hefeextrakt klingt zunächst gruselig, allerdings ist es tatsächlich eine natürliche Zutat, die z.B. in Großbritannien und Australien im Supermarkt unter dem Namen „Vegemite“ als beliebter Brotaufstrich erhältlich ist.
  • Reismehl? Nichts anderes als gemahlener Reis, der vor allem als Soßenbinder gerne in der asiatischen Küche zum Einsatz kommt.
  • Zucker? Der auffälligste Unterschied zwischen Knorr-Currypaste und dem Asialaden-Produkt (das keinen Zucker enthält) und damit auch der einzige Punkt, der mir bewusst negativ aufgefallen ist – ich versuche nämlich, unnötigen Zucker zu vermeiden.

Mein persönliches Fazit zu den Inhaltsstoffen: Davon, dass tatsächlich keine geschmacksverstärkenden Zusatzstoffe, Konservierungs- und Farbstoffe verarbeitet worden sind, konnte ich mich bei meinem Test selbst überzeugen. Die enthaltenen Zutaten sind durchwegs natürlich, was für ein Fertiggericht beileibe nicht selbstverständlich ist.

Jetzt aber das Wichtigste: Schmecken die Kochboxen denn überhaupt?

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Und so sehen die unterschiedlichen Knorr Kochbox-Gerichte im fertigen Zustand aus: Grünes Thai-Curry, zweierlei Indisches Curry (einmal vegetarisch, einmal mit Hühnchen) und mexikanische Enchiladas.

So, nun zum wichtigsten: Dem Geschmack. 🙂 Ich hatte, wie eingangs erwähnt, beim Knorr-Event die Möglichkeit, alle drei Gerichte auszuprobieren und mich durchzuschmecken. Fakt ist, dass dass die Currys (vor allem das grüne Thai-Curry) sehr schmackhaft und teilweise auch wirklich scharf sind – wobei man dank der separaten Gewürzpasten zum Glück die Möglichkeit hat, den Schärfegrad selbst zu dosieren. Als eindeutiger Favorit hat sich allerdings die Kochbox Mexikanische Enchiladas herausgestellt – mit unterschiedlichem Gemüse und Käse überbacken habe ich damit auch den Mann überzeugen können. Deshalb mein Fazit: Vor allem, wenn es schnell gehen muss, sind für mich die Knorr Kochboxen eine gute  und schmackhafte Alternative, die ohne künstlichen Schnickschnack auskommt.

Vielen Dank übrigens an dieser Stelle an das Knorr Team, die mich zu diesem aufschlussreichen Event eingeladen und mir die Möglichkeit gegeben haben, mich durch das neue Sortiment zu kosten.

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