Schürzenjäger aufgepasst!

Wenn eine Wahrheit unumstößlich ist, dann die Erkenntnis, dass es außer dem Dirndl kaum ein anderes Kleidungsstück gibt, das wirklich jeder Frau steht. Und ganz gleich, ob beim Neustifter Kirtag, beim Aufsteirern in Graz oder am Gösser Kirtag – mit einem Dirndl ist frau jederzeit gut angezogen und bereit zum Tanz mit feschen Buam in der Krachledernen. Doch damit das Dirndl nicht einem Schürzenjäger aufsitzt, sollte sie darauf achten, wo sie ihre Schleife bindet! 😉

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Je nachdem, an welcher Stelle die Schürze gebunden wird, lassen sich Rückschlüsse auf den Beziehungsstatus der Trägerin ziehen. Das Ganze ist zwar keine hohe Wissenschaft und unterscheidet sich auch regional, aber mit meiner kleinen Eselsbrücke könnt ihr euch das im Nullkommanichts ebenso merken! 🙂

Schleife Links: L wie Ledig

Schleife links vorne bedeutet: Ledig, ungebunden und zum Flirt bereit.

Schleife links vorne bedeutet: Ledig, ungebunden und zum Flirt bereit.

Trägt frau die Schleife vorne links gebunden, so zeigt sie damit, dass sie noch ledig und einem Flirt mit einem feschen Buam vermutlich nicht abgeneigt ist.

Schleife Rechts: R wie in VerheiRatet

Verheiratete Frauen tragen die Schleife rechts vorne.

Verheiratete Frauen tragen die Schleife rechts vorne.

Verheiratete und fest vergebene Frauen sowie Frauen mit Kindern tragen die Schleife grundsätzlich vorne rechts. In München (wo das Dirndl ja auf dem Oktoberfest große Tradition hat) gibt’s unter Schürzenjägern den passenden Spruch: „Schleife links, Glück bringt’s! Schleife rechts ist schlecht!“

Schleife hinten: Witwe oder Kellnerin

Früher trugen nur verwitwete Frauen die Schleife hinten gebunden - mittlerweile erkennt man daran, dass die Dame vermutlich Kellnerin ist.

Früher trugen nur verwitwete Frauen die Schleife hinten gebunden – mittlerweile erkennt man daran, dass die Dame vermutlich Kellnerin ist.

So manche Frau, die sich erstmals an das Dirndl heranwagt, begeht den „Fehler“, die Schleife hinten zu binden. Nun bedeutete es früher vor allem, dass die Dirndlträgerin eine verwitwete Frau ist. Heute ist das nicht mehr so streng, allerdings ist eine hinten gebundene Schleife heute meistens das Erkennungszeichen von Kellnerinnen auf dem Oktoberfest oder beim Heurigen.

 Schleife vorne: Jungfrau

Junge Frauen, die ihre Schürze vorne mittig binden, deuteten früher damit an, dass sie noch jungfräulich sind. Da ich das allerdings noch niemals im echten Leben gesehen habe, dass eine Frau freiwillig ihre Jungfräulichkeit zur Schau trägt, gibt’s von mir deshalb auch kein Foto und es sei auch nur der Vollständigkeit halber erwähnt! 😉

Meine Dirndl-Wunschliste

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Fotos: Esprit Online Store

Ich persönlich liebe Dirndl, weshalb ich mich jedes Jahr hoffnungsfroh auf die Suche nach neuen Stücken begebe. In diesem Jahr wurde ich bei Esprit fündig, die anlässlich des Oktoberfests einen kleinen Kollektionsschwerpunkt gesetzt haben. Dieses pastellfarbene Dirndl mit hellblau-rosa gepunktetem Leib und Rock sowie der süßen rosa Schürze mit entzückender Lochstickerei hat es mir besonders angetan. Passend dazu würde ich mir auch die blauen Riemchen-Pumps aus Kunstleder (hier) und das herzige Armband mit Wiesen-Motiv (hier) wünschen! Was meint ihr zu meinem Dirndl-Look?! 🙂

Moderner Trachtenlook für Großstadtpflänzchen

Ach, wie schön ist die Steiermark im Frühling… Der Einladung zum Geburtstagsfest einer lieben Freundin ins wunderbare Ratsch an der Weinstraße bin ich deshalb nur allzu gern gefolgt. Den Dresscode „Dirndl & Lederhose“ habe ich zum Anlass genommen, meine Version eines trachtigen Outfits zu tragen. Denn sind wir mal ehrlich: Auch Tracht darf sich weiterentwickeln und modern interpretiert werden! 🙂

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Der Frühling in der Untersteiermark ist farbenprächtig und beeindruckend, allerorten blühen Obstbäume und Wiesenblumen. Das alleine wäre schon ein Grund, einen der vielen Buschenschanken (die in Wien Heurigen heißen) – sofern sie denn „ausg’steckt“ (also geöffnet) haben – zu besuchen. Für mich war es aber das Geburtstagsfest einer lieben Freundin, das mich unlängst ins schöne Ratsch an der Weinstraße verschlug. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit und es regnete zwischendurch immer wieder, aber für mich war es eine willkommene Abwechslung zur Großstadt, in der ich mich ja meistens aufhalte. Dem Dresscode „Dirndl & Lederhose“ nachzukommen, bereitete mir erstmal einiges Kopfzerbrechen, immerhin besitze ich mittlerweile doch bereits fünf Dirndl… 😉  Letztendlich habe ich mich aber dazu entschlossen, an diesem Tag die klassische Tracht im Schrank zu lassen und stattdessen einen modern interpretierten Trachtenlook für Großstadtpflänzchen zu tragen!

Mein Lieblingsstück an diesem Outfit ist ganz klar der spitzenbesetzte Trachtenrock, den ich im vergangenen Sommer gemeinsam mit meiner Mama – der an dieser Stelle ein großes Dankeschön für ihre tatkräftige Unterstützung und ihr Know-How gebührt 🙂 – selbst genäht habe. Den dunkelblauen Blazer mit Dreiviertelarm (Second Hand, von einer guten Freundin geerbt) habe ich für das Outfit mit einem weißen Spitzentop (H&M) und einem roséfarbenen Gürtel (Mango) kombiniert. Perfekt dazu passt Perlenschmuck und die altrosa Handtasche (Accessorize).

Die Broschen sind vom Vintage-Flohmarkt und passen haargenau zu meinem brandneuen Fascinator (ja, das heißt wirklich so!), den die begabte Irina von La niña de mis ojos in Handarbeit kreiert hat. Dank der Seidenbänder lässt sich der biegsame Haarreifen an die Kopfform anpassen, ist äußerst bequem und verrutscht kaum. Aktuelle Neuheiten sowie die gesamte Kollektion der La niña de mis ojos-Haarkränze, Kämme und Fascinatoren (die auf Kundenwunsch in unterschiedlichen Farben hergestellt werden können) findet ihr übrigens auch auf ihrem Facebook-Profil!

Was sagt ihr zu meinem modernen Trachtenlook – ich hoffe, er gefällt euch?! 🙂 Alles Liebe und viel Sonnenschein, eure Heike!