Projekt Bunte Haut: Vom „Arschgeweih“ zum Körperkunstwerk

Wer mich kennt (oder meinem Instagram-Kanal folgt), hat vermutlich mitbekommen, dass ich im vergangenen Jahr einen regelrechten Tätowier-Marathon hinter mich gebracht habe. Denn nach Jahren habe ich mich 2018 endlich dazu entschieden, meine Tätowierungen erneuern zu lassen – nicht nur eins, sondern gleich zwei Cover-ups mussten her! Das größte Projekt war eindeutig mein „Arschgeweih“, das mich als Souvenir meiner Teenagerjahre jahrelang begleitet hatte. (( Beitrag enthält Werbung ))

Mein Projekt „Bunte Haut 2.0“ ging im wahrsten Sinne unter die Haut. Die ursprüngliche Tätowierung, ein sogenanntes Tribal, das ich wie so viele andere Ende der 1990er Jahre übers Steißbein stechen ließ, war zwar nicht hässlich geworden (soweit man dabei jemals von „schön“ sprechen hätte können), aber mir war nach Veränderung. Nach beinahe zwei Jahrzehnten mit dieser Tätowierung aber auch irgendwie kein Wunder, dass es einem nach Abwechslung verlangt. Grundsätzlich war mir die Meinung anderer Menschen ziemlich egal – wer ein sogenanntes „Arschgeweih“ trägt (ein „lustiger“ Beiname, den die Steißbeintribals der 90er und 2000er Jahre von besonders einfallsreichen ZeitgenossInnen verpasst bekommen hatten und der es mittlerweile leider in den Allgemein-Wortschatz geschafft hat), lernt zwangsläufig, mit Kritik umzugehen.  Dann heißt es, wie so oft im Leben: „Es muss einem einfach wurscht sein, was die anderen von einem halten!“, und damit lebt es sich gleich viel einfacher.

Das letzte Selfie von mir mit meinem Steißbeintribal, von lustigen Menschen auch „Arschgeweih“ genannt.

„Muss dir wurscht sein!“

Und so hatte ich mich, anstatt mein Steißbeintattoo zu verdammen, mich damit im Laufe der Jahre angefreundet. Immerhin ist war es ein Teil von mir und alles war also sehr entspannt. Alleine – nach all den Sonnenbädern der Vergangenheit war es an einigen Stellen bereits ausgeblichen und ein anderer Teil war – wohl, weil ich es mit 18 Jahren vor allem anfangs nicht richtig gepflegt hatte – vernarbt. Lange habe ich mit mir gerungen, ob und wann ich ein Cover-up machen lassen sollte. Denn nicht nur, dass es gar nicht mal so einfach ist, ein solch massives und dunkles Tribal wie das meine unter einer weiteren Schicht Farbe zu verstecken, ich hatte auch Angst vor den Schmerzen, die die Tätowiernadel auf der bereits bunten Haut hinterlassen würde. Doch Sabine vom Tattoo Studio Vienna hatte brachte genug Geduld und Erfahrung mit, um auch mit den empfindlichen vernarbten Stellen umzugehen. Und so hat sie in mir mehreren Sitzungen aus meinem 90er Jahre-Arschgeweih eine Mandala-inspirierte Blümchenwiese auf den Rücken gezaubert! 🙂 Auf das neue Tattoo bin ich sehr stolz und freue mich jeden Tag über das Kunstwerk auf meinem Rücken!

Das Um und Auf: Die Pflege

Damit das auch lange so bleibt, pflege ich meine Tätowierung täglich. Die richtige Pflege einer Tätowierung ist vor allem (aber nicht nur!) in den ersten Tagen und Wochen nach dem Stechen unerlässlich! Die tägliche Reinigung der Haut (mit milder, ph-neutraler Seife und einem sauberen Waschlappen) sowie das anschließende Abtupfen mit Küchenrolle (nicht reiben, nur sanft das Papier auf die Haut drücken) gehört zum Standardritual. In der ersten Zeit sollte man auch möglichst luftige, nicht zu eng anliegende Kleidung aus Baumwolle tragen, um die verletzte Haut nicht zusätzlich zu irritieren. Je nach Größe (wie bei mir) schützt man Tätowierung und Kleidung in den ersten Tagen am besten mit einer Schicht Klarsichtfolie – und für kleinere Tätowierungen eignet sich Folien-Wundverband.

Gerade in den Tagen nach dem Stechen ist die richtige und regelmäßige Pflege der Tätowierung unerlässlich. Hier seht ihr einen Zwischenschritt, das Steißbeintattoo ist noch unter der neuen Blumenstruktur sichtbar.

Im Anschluss an die Reinigung habe ich meine Tätowierung in den ersten drei Wochen täglich zweimal mit einer entzündungshemmenden und heilenden Salbe behandelt – ich habe hierfür Bepanthen plus verwendet, das speziell für kleinere Wunden geeignet ist. Zu beziehen ist diese Salbe in so ziemlich allen Apotheken, aber auch online bei Shop-Apotheke – und mit der Salbe sollte keinesfalls gespart werden – eine dicke Schicht schützt vor Narbenbildung und beruhigt die Haut! Aber auch danach endet die Pflege keineswegs: In den ersten 6-8 Wochen nach dem Stechen sind Sonnen- und Schwimmbäder sowie Sauna und Solarium tabu. Ringelblumensalbe (bekommt ihr auch in der Apotheke) unterstützt die Heilung zusätzlich und hilft, Narbengewebe zurückzubilden. Und überhaupt empfiehlt es sich (wenn man lange Freude an der bunten Haut haben will), dass man die tätowierte Haut generell nicht ohne Sonnencreme (am besten LSF50) der Sonne aussetzt.

In die Sonne kommt meine Tätowierung nur mit Sonnencreme mit LSF50.

Wenn man sich an diese Tipps hält, hat man lange Freude an seiner Tätowierung. Aber wie dem auch sei: lasst euch im Vorfeld von eurem/r TätowiererIn ausführlich beraten und nehmt die Pflege nicht auf die leichte Schulter! Entzündungen auf und unter der Haut sind kein Spaß und hinterlassen zudem hässliche Narben! Wie gefällt euch mein Körperkunstwerk und seid ihr selbst auch tätowiert?

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5 Gedanken zu „Projekt Bunte Haut: Vom „Arschgeweih“ zum Körperkunstwerk

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