7 Wege, Venedig zu erleben & zu genießen

Venedig ist eine Stadt, man am besten mehr als einmal besucht. Ich finde, wie kaum eine andere Stadt lädt „la Serenissima“ geradezu dazu ein, sie jedes Mal aufs Neue zu entdecken. War mein erster Besuch in der Lagunenstadt vor ein paar Jahren den großen Sehenswürdigkeiten geschuldet, stand der letzte Besuch ganz im Zeichen des gezielten Genusses abseits der breiten Wege. Mit Venedig bin ich jedenfalls noch lange nicht fertig, in der Zwischenzeit darf ich jedoch sieben erprobte Wege, Venedig zu genießen, mit euch teilen.

Zuallererst: Reise achtsam!

Venedig ist ein Touristenmagnet, daran ändern auch die geplanten Drehkreuze, die künftig den Zugang zur Piazza di San Marco regeln sollen, nur wenig. Vor allem zur Hauptsaison (zum Karneval und ab Mai) wird die Stadt täglich von Touristen fast überrannt. Viele Besucher schwärmen nur für ein paar Stunden von den riesigen Urlaubskreuzern aus – und sind mittlerweile ein echtes Problem. Die Venezianer selbst sind von den wie Heuschrecken einfallenden Touristen verständlicherweise nicht gerade begeistert.

Am besten bereist man Venedig daher nicht nur in der Haupt-, sondern auch in der Nebensaison, bringt soviel Respekt für die Stadt und deren BewohnerInnen wie möglich mit und tut das tunlichst NICHT von Bord eines Kreuzfahrtschiffs aus. Entweder verbringt ihr gleich ein paar Tage in der Stadt (ein Aufenthalt im Vorort Mestre ist übrigens keine echte Option) oder besucht die Stadt als Tagestourist mit Anreise per Vaporetto oder Fähre (z.B. vom Terminal Fusina).

Kreuzfahrtschiff-Touristen sind in Venedig nicht gerne gesehen.

Genieß einen Espresso mit Indiana Jones.

Ich weiß ja nicht, wie’s euch geht, aber der Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ hat mich durch meine Kindheit begleitet. In dem Film verschlägt es Harrison Ford unter Anderem nach Venedig, wo er sich in einer Bibliothek auf die Suche nach des Rätsels Lösung macht. Die Chiesa San Barnaba – der reale Drehort zum Film – ist im wahren Leben keine Bibliothek, sondern eine Kirche, in der sich ein Museum mit wechselnden Ausstellungen befindet. Auf der Piazza vor der Kirche befindet sich eine Bar mit Gastgarten – ich empfehle, diesen bei Schönwetter zu nutzen und einen Espresso in der Sonne zu trinken, während man in Erinnerungen an den Helden der Kindheit schwelgt.

Iss Pasta wie Terence Hill.

In Venedig etwas zu essen zu finden, ist nicht schwer. Der größte Fehler, den man hier machen kann, wäre aber, in einer der überteuerten Touristenfallen am Rialto oder unweit der Piazza di San Marco einzukehren (man erkennt diese Art von No-Go-Restaurants übrigens daran, dass die Speisekarten bebildert sind). Echte Pasta ist es, wonach es mir in Italien gelüstet – der Besuch einer Trattoria deshalb naheliegend.

Die Trattoria Al Gazzettino wird auch vom italienischen Schauspieler Mario Girotti alias Terence Hill gerne besucht. Für all jene, denen das nichts sagt: Terence Hill ist ein weiterer Held meiner Kindheit – bin ich doch (neben Indiana Jones) mit den Bud Spencer & Terence Hill-Filmen aufgewachsen! Girotti selbst hat einige Jahre in Venedig gelebt und war kolportierterweise mehrmals selbst zu Gast in dem kleinen Familienbetrieb. Die frische, handgemachte Pasta im Restaurant hat zwar ihren Preis (Pasta gibt’s als Primi Piatti ab ca. 15€), schmeckt dafür aber authentisch und wird mit frischen Zutaten aromatisch zubereitet.

Lies ein Buch in der Libreria di Acqua Alta.

Auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten abseits der Massen wurde ich auf die Libreria di Acqua Alta (italienisch für „Hochwasser“) aufmerksam, ein privat geführtes Buchgeschäft. Mit viel Kreativität hat der Besitzer hier eine kleine Idylle für Bücherwürmer geschaffen, die nicht nur gut aussieht, sondern auch Bildung verspricht. Gondeln, Treppen und sogar ganze Wände aus Büchern wollen bewundert werden – und in den Regalen kann nach Herzenslust in hauptsächlich italienisch-, aber auch deutsch- und englischsprachiger Literatur gestöbert werden.

Übrigens: Da es sich hier um ein privat geführtes, lokales Büchergeschäft handelt, sollte man hier bitte nicht nur hinkommen, um ein schönes Instagramfoto zu machen, sondern auch darüber nachdenken, ein Buch oder eine andere Kleinigkeit (zB. einen der kleinen Souvenir-Gondel-Bausätze aus Balsaholz – made in Italy) zu kaufen. Es sind nämlich die kleinen, individuellen Läden abseits der Mainstream-Nippes-Lädchen, die Venedig zu dem machen, was es ist. #SupportYourLocalBookstore

Schau den Maskenbildnern zu.

Eine echte, venezianische Maske ist mehr als nur Souvenirkitsch – die oft von Hand hergestellten Masken (also nicht die aus ‚Made in China‘) gehören zu Venedig wie der Karneval und die Gondeln. Beim Treiben durch die Stadt entdeckt man viele kleine Lädchen, in denen es diese zu kaufen gibt. An den aufwändig hergestellten und bemalten Masken aus Pappmaché sitzen Maskenbildner stunden- und tagelang, die Ergebnisse kann man in den Schaufenstern bewundern. Manche Künstler lassen sich bei ihrem Schaffen sogar durchs Schaufenster beobachten – und es lohnt sich, bisweilen innezuhalten und ihnen bei ihrem Kunsthandwerk zuzusehen.

Gondle von einer zur anderen Seite.

Sicher, man kann ab ca. 80€ eine Tour mit einer Touristen-Gondel unternehmen. Tatsächlich kann sich dieser – leider nicht gerade günstige – Spaß tatsächlich lohnen, schließlich zeigen einem die Gondoliere auf ihren Touren Venedig vom Wasser aus, alleine das kann kein Fehler sein. Wer dafür allerdings keine Zeit hat (oder einfach keine Lust, so viel Geld für eine Bootsfahrt auszugeben), der kann um kleines Geld (für Touristen 2€, Locals zahlen weniger) bei einer einfachen Überfahrt mit einem Traghetto das authentische Gondelgefühl erleben. Traghetti sind Fähren, die die Menschen nur von einem Ufer zum anderen bringen, und die auch von den Venezianern selbst gerne in Anspruch genommen werden. Traghetto-Stationen gibt es in ganz Venedig verteilt – hinter der Rialto-Brücke unweit des Marktes findet ihr z.B. auch eine – am besten haltet ihr aber einfach die Augen offen!

Eine Gondelfahrt muss kein Vermögen kosten: Die Überfahrt mit dem Traghetto kostet nur ein paar Euro.

Und das Wichtigste: Lass dir das schöne Venedig nicht entgehen!

Ob es nun um Kultur, Kulinarik oder einfach nur um ihr unglaublich schönes Erscheinungsbild geht – Venedig hat wirklich für jeden Geschmack etwas zu bieten. Markusplatz, Biennale, die Brücke über den Rialto oder die Seufzerbrücke mögen kitschig und touristisch sein – sehenswert sind sie allemal. Es lohnt sich allerdings, auch über den touristischen Tellerrand zu blicken und das Venedig abseits der Massen zu entdecken. Ich hab jedenfalls noch einiges in der Lagunenstadt geplant… und ihr?

Arrivederci Venezia! Wir sehen uns bestimmt bald wieder!

((Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung))

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2 Gedanken zu „7 Wege, Venedig zu erleben & zu genießen

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