Veni, vidi, vegan

In Teil 2 meiner Mini-Serie zum Thema Veganismus möchte ich euch heute einen eben erschienenen Stadtführer vorstellen, der sich auf vegane Restaurants, Märkte und Shopping-Alternativen spezialisiert hat: Vegan in Wien.

"Vegan in Wien" ist im Holzbaum Verlag erschienen. Erhältlich um 9,99 € auf holzbaumverlag.at und überall, wo es Bücher gibt.

„Vegan in Wien“ ist im Holzbaum Verlag erschienen. Erhältlich um 9,99 € auf holzbaumverlag.at und überall, wo es Bücher gibt.

„Ein Stadtführer für Veganer, also… Was ist bitteschön davon zu halten?!“ So oder so ähnlich lauteten meine Gedanken, als ich das erste Mal von diesem neu erschienenen Stadtführer hörte. Ich lebe nun bereits seit mehreren Jährchen im schönen Wien und die Idee, dass sich ausschließlich mit veganen Alternativen zum allgemein verbreiteten „Omnivorismus“ ein 126-seitiges Büchlein füllen lassen könnte, wäre mir nicht gekommen. Aaaaaber, man ist ja ein aufgeschlossener Weltenbürger und so möchte ich euch hier und heute meine Meinung über den Stadtführer der etwas anderen Art kundtun! 🙂 Der Guide ist übrigens in einem sehr handlichen Pocketformat (ca. 10×15 cm) aufgelegt worden, das es einem tatsächlich möglich macht, ihn ohne große Umstände in der Handtasche spazieren zu tragen (ja, liebe Autoren von Lonely Planet & Co. – manchmal kommt es doch auf die Größe an!) und mit einem Preis von 9,99 € ist er auch durchaus erschwinglich. Soweit die Fakten.

Wo viel Licht…
Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall, dass die Autoren die beschriebenen Restaurants und Märkte tatsächlich auch besucht zu haben scheinen – ob ein Restaurant etwa auch vegane Mittagsmenüs anbietet, wie etwa das Frühstück & Mittags bei mir oder dass das Eisgeschäft Veganista auch einen Lieferservice betreibt, ist nämlich durchaus informativ und für den veganen Anfänger auch nicht gleich ersichtlich. Insgesamt 49 Restaurants, Bars und Bistros sowie Eisgeschäfte werden in dem Buch präsentiert, die zwar nicht alle ausschließlich vegan kochen, aber durchaus auch für Fleischlose leckere Alternativen anbieten. In dem einen oder anderen werde ich sicherlich auch demnächst zu Gast sein und mich durch die Speisekarte kosten. 🙂

Besonders gut gefallen hat mir das Kapitel „Ein Kisterl voll oder gleich selber anbauen?“, in dem neben einer Liste von Biomärkten und Selbst-Anbau-Möglichkeiten auch die Angebote vom Biohof Adamah (dessen regionale und nach Saison zusammengestellte Obst- und Gemüsekörbe ich unbedingt demnächst ausprobieren muss) oder dem Bio Wichtl (der neben regionalem Obst und Gemüse auch Brot und Gebrauchswaren anbietet) vorgestellt werden. Daneben werden auch alternative Einkaufsmöglichkeiten für Veganer, wie etwa das obligatorische Maran Vegan oder Denn’s sowie der dazu Hofladen oder der sehr sympathische Tüwi Hofladen (Tipp für kleine Budgets!) angeführt.

…da ist auch Schatten
Leider gibt es aber auch einiges an dem Guide, das mir nicht so gut gefallen hat. Dass nämlich alleine die Begriffsklärung Vegan/Vegetarisch/Ovo-Lacto-Vegetarisch/usw. ganze 30 Seiten des Stadtführers in Anspruch nimmt, hätte nicht unbedingt sein müssen, da die Zielgruppe sich ja vermutlich ohnehin bereits ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Im Gegenzug hätte man lieber etwas mehr Herzblut in das Kapitel „Selber kochen“ legen können. Dass dieses nämlich gerade einmal zwei Seiten (sic!) umfasst und eigentlich nur aus einem in einer extrem schlechten Auflösung (die jedes Grafikerherz würde bluten lassen!) abgedruckten Wochenplan für eine vegane Ernährung besteht, halte ich schlichtweg für eine klassissche Themenverfehlung. Dann hätte man sich das Kapitel doch vielleicht gleich sparen können. Hinzu kommt, dass die dazu passenden Rezepte nur mit einem sehr allgemein gehaltenen Hinweis auf den Online-Auftritt von stadtbekannt.at angeführt sind – zu den Rezepten muss man sich dann schon selber vorhangeln.

Fazit: Ein guter Guide für Neu-Veganer und Vegetarier, die sich einen Überblick über die veganen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten verschaffen möchten. Verbesserungsbedarf besteht meiner Meinung noch am Aufbau des Guides, dem ein simples Stichwortverzeichnis aller Anbieter für eilige Leser sicherlich nicht geschadet hätte. Abgesehen davon: ein schönes, handliches Buch, das ich durchaus empfehlen kann! Schließlich und endlich möchte ich an dieser Stelle auch dem Holzbaum Verlag (der mir das Rezensionsexemplar zukommen ließ) ein Dankeschön aussprechen.

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2 Gedanken zu “Veni, vidi, vegan

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